Sie möchten nach der Matura studieren, sind sich aber noch nicht sicher, welchen Abschluss Sie anstreben? Oder möchten Sie Ihren Studienabschluss einfach einordnen, um eventuell sogar noch einen höheren Grad zu erreichen?

Dieser Artikel soll eine Übersicht über die Studienabschlüsse der Schweiz geben. Hier erfahren Sie, welche Abschlüsse man in der Regel wie erreichen kann und wie sie sich unterscheiden. Ausserdem klären wir endlich die Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einer Weiterbildung ist!

Ein Studienabschluss ist dieser Tage sehr begehrt. Während laut Statista 23.160 Schweizer zum Wintersemester 2020 ein Studium begannen, blieben 30% der Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Studierenden verteilen sich in der Schweiz auf Universitäre Hochschulen, Pädagogische Hochschulen und Fachhochschulen. Für welche Hochschule Sie sich entscheiden (können), hängt ganz von Ihrer Qualifikation ab. Während für die Fachhochschule eine Berufsmaturität reicht, brauchen Sie für die Pädagogische Hochschule eine Fachmaturität und für Universitäten eine Gymnasiale Maturität.

Studienabschluss – Ausbildung, Fortbildung oder Weiterbildung?

Bevor wir uns den verschiedenen Studienabschlüssen widmen, lassen Sie uns eine oft gestellte Frage klären: Ist das Studium eine Ausbildung oder eine Weiterbildung? Keine unwichtige Frage, zumal sich an deren Beantwortung verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten binden. Wir bringen nun Licht ins Dunkle und schauen uns an, wo überhaupt der Unterschied zwischen den verschiedenen Bildungsformen besteht.

Eine Ausbildung ist das erste was Sie machen, wenn Sie die Schule beenden. Sie befähigt Sie dazu, einen bestimmten Beruf auszuüben. Dies kann eine betriebliche Ausbildung, ein Studium oder auch eine duale Ausbildung sein – also ein Mix aus beidem. Egal ob Sie Ihre Lehre als Techniker machen oder ein betriebswirtschaftliches Studium absolvieren – all das zählt zur (Erst-)Ausbildung. Beim Studium ist es egal ob Sie den Bachelor oder Master erwerben, jeder Abschlussgrad stellt immer noch eine Ausbildung dar.

Von einer Weiterbildung sprechen wir erst, wenn Sie bereits eine fertige Berufsausbildung abgeschlossen haben, in diesem Beruf gearbeitet haben und Sie sich nun für eine weitere Bildung entscheiden. Die Weiterbildung kann beruflich in Form einer Fortbildung oder Umschulung ablaufen. Falls Sie lieber wissenschaftlich arbeiten möchten, ist auch das Promotionsstudium als Weiterbildung anzusehen. Ausserdem können Sie in der Schweiz Zertifikatslehrgänge, Weiterbildungsdiplomlehrgänge oder Weiterbildungsmasterstudiengänge abschliessen. Dazu später mehr.

1. Studienabschluss: Bachelor

Der Bachelor ist der erste akademische Studienabschluss, der Sie für einen Beruf befähigt. Haben Sie einen Bachelorabschluss, können Sie theoretisch sofort in diesem Bereich anfangen zu arbeiten. Viele sehen diesen Abschluss jedoch nur als Bildungsgrundlage für das spezifische Masterstudium. Die Regelstudienzeit beträgt drei bis vier Jahre – je nach Studiengang. In dieser Zeit müssen 180 ECTS (Punkte des European Credit Transfer Systems) erzielt werden.

Durch die verschiedenen Studiengänge können auch verschiedene Bachelorgrade erreicht werden. Die gängigsten Grade Bachelor of Arts und Bachelor of Science werden dabei von allen Schweizer Hochschulen vergeben. Es gibt ausserdem weitere Bachelorgrade, die nur von einzelnen universitären Fakultäten verliehen werden, wie zum Beispiel Bachelor of Engineering oder Bachelor of Medicine. Viele Berufe sind allein mit dem Bachelorstudium noch nicht praktizierbar, weshalb dieses für ein weiterführendes Masterstudium qualifiziert.

2. Studienabschluss: Master

Durch das Masterstudium werden im Bachelor erlernte Kenntnisse vertieft und fachliche Spezialisierungen vorgenommen. Die Regelstudienzeit beträgt etwa drei bis vier Semester, in denen 90 oder 120 ECTS erworben werden müssen. Ausnahmen bilden hier die Humanmedizin und Chiropraktik, in denen 180 ECTS in drei Jahren erworben werden müssen. Für viele Berufe ist der Masterabschluss an einer Universität die Regel. Ohne Masterabschluss können sie gar nicht ausgeübt werden – wie etwa das Lehramt oder das Ingenieurwesen. Auch hier sind Master of Arts und Master of Science die regulären Studienabschlüsse. Es werden aber auch Titel wie Master of Law, Master of Theology, Master of Medicine uvm. an universitären Fakultäten verliehen.

Man unterscheidet beim Master zwischen einem konsekutiven und einem nicht-konsekutiven Studienabschluss. Ein konsekutiver Masterstudiengang schliesst inhaltlich direkt an einen Bachelorabschluss an. Das heisst, man muss einen Bachelorgrad in einer bestimmten Fachrichtung studiert haben, um sich für dieses Masterstudium zu qualifizieren. Möchte man beispielsweise einen konsekutiven Masterstudiengang in Betriebswirtschaftslehre (BWL) absolvieren, muss man auch einen Bachelor in BWL vorweisen können.

Anders verhält es sich bei den nicht-konsekutiven Masterstudiengängen. Dies sind interdisziplinäre Studiengänge mit einem thematischen Schwerpunkt. Hier ist die Fachrichtung des Bachelorabschlusses teilweise irrelevant – Hauptsache, man kann einen Bachelor vorweisen. Wollen Sie beispielsweise einen Master in Europastudien erwerben, qualifiziert Sie dafür auch ein Bachelor in VWL.

Die Einteilung der Studienabschlüsse in Bachelor und Master wurde 2001/2002 in der Schweiz umgesetzt. Sollten Sie Ihren Abschluss also davor erworben haben, sind die alten Studienabschlüsse Lizentiat, Diplom und Magister mit dem Masterabschluss gleichzusetzen. Ein Diplomingenieur und ein Master of Engineering haben also eine gleichwertige universitäre Bildung absolviert.

Der Weiterbildungsmaster – CAS, DAS & MAS

Nicht zu verwechseln mit den oben genannten grundständigen Masterstudiengängen der zweiten Studienstufe sind die Weiterbildungsmaster. An vielen Hochschulen kann man das Certificate of Advanced Studies (CAS), Diploma of Advanced Studies (DAS) und den Master of Advanced Studies (MAS) erwerben. Auch der Master of Business Administration (MBA) oder Executive Master of Business Administration (EMBA) sind Weiterbildungsmaster. Dieser Studienabschluss ist nicht mit einem grundständigen Master gleichzusetzen, da hier weniger ECTS erreichen werden müssen: beim CAS sind es nur 10 ECTS, beim DAS sind es 30 und beim MAS mindestens 60. Je nach Angebot der Hochschule können die Abschlüsse auch miteinander kombiniert werden.

Sie fragen sich vielleicht: Warum sollte ich mich für ein CAS, DAS oder MAS entscheiden, wenn ich auch einen „richtigen“ Masterabschluss machen kann? Die Vorteile des Weiterbildungsmasters bestehen darin, dass die Studienkosten viel geringer sind und der Studiengang berufsbegleitend absolviert wird. Sie müssen also nicht aufhören zu Arbeiten und können trotz weiterführendem Studium Geld verdienen. Ausserdem richten sich diese Masterprogramme an Akademiker, die bereits über mehrjährige berufliche Erfahrung verfügen. Sie sind berufs- und kompetenzorientiert und bieten eine Zusatzbildung im eigenen oder in einem interdisziplinären Fachgebiet.

3. Studienabschluss: Doktor

Das Doktorat ist der nächsthöhere Studienabschluss nach dem Master. Bei nicht-medizinischen Studienrichtungen wird er auch Philosophiae Doctor (PhD) genannt. Während die anderen Studienabschlüsse an jeder Hochschule verliehen werden dürfen, ist das Doktorstudium den Universitäten vorbehalten. Bei diesem Studienabschluss eignen sich die Studenten das Wissen selbst durch ein Forschungsprojekt und der damit verbundenen Dissertation an. Wie lange die Entwicklung der Dissertation dauert, ist in den verschiedenen Fachrichtungen unterschiedlich – man kann aber von durchschnittliche 1-5 Jahren ausgehen.

Die Promotion stellt dann die Verleihung des Doktortitels da. Hat man diesen Titel erstmal erreicht, ist man am höchstmöglichen Bildungsgrad des Schweizer Bildungssystems angekommen. Von hier aus geht es nicht mehr weiter. Das Arbeitsleben kann also endlich beginnen! Falls Sie Hilfe dabei brauchen, einen guten und wertschätzenden Arbeitgeber zu finden, kontaktieren Sie uns gerne kostenlos! Wir als Personalberater wissen genau, worauf es bei der Jobsuche ankommt.

Der Professor

Zuletzt möchten wir noch den akademischen Titel des Professors aufgreifen, der oft fälschlicherweise als akademischer Bildungsgrad betrachtet wird. Professor darf sich derjenige nennen, der eine Professur (also ein Lehramt an einer Hochschule) innehat. Professoren haben meistens einen Doktorgrad erreicht, der sie zur Professur qualifiziert.

In der Schweiz sowie in Deutschland und Österreich kann auch ein Ehrentitel mit der Bezeichnung Professor verliehen werden. Dies sind dann die Professoren h.c. (honoris causa – „ehrenhalber“). Der Titel wird zwar selten verliehen, doch hiermit sollen besondere wissenschaftliche, künstlerische oder politische Verdienste gewürdigt werden. Wer also nicht unterrichten möchte, aber trotzdem den von Prestige geprägten Titel des Professors tragen will, kann hier sein Glück versuchen!

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