Die Relevanz des Motivationsschreibens ist leider ein wenig-diskutiertes Thema. Wird es überhaupt gelesen? Was hat das Motivationsschreiben für einen Einfluss auf die Attraktivität meiner Bewerbung? Aus der Sicht des Recruiters ist diese Frage schnell beantwortet: das Motivationsschreiben wird massiv unterschätzt. Leider ist das An- oder Motivationsschreiben zu einer Floskel verkommen und dient bei einer Bewerbung oftmals nur zur Vollständigkeit oder gehört einfach zum „Guten Ton“ einer Bewerbung. Die Frage lautet also nicht ob, sondern wie das Motivationsschreiben die Attraktivität einer Bewerbung steigern kann.

Oft gemachte Fehler

Es gibt unzählige Vorlagen und Ratschläge, welche online angeboten werden. Korrekte Darstellung, inhaltliche Vollständigkeit und professionelle Förmlichkeit werden verlangt. Die Ansprechperson soll unbedingt korrekt sein und auf ein infantiles Vokabular soll verzichtet werden. Alles schön und gut, aber durch die Einhaltung dieser Selbstverständlichkeiten wirken die Motivationsschreiben sehr einheitlich und formell. Selbstverständlich ist man motiviert, teamfähig und kommunikativ. Selbstverständlich interessiert sich die geneigte Bewerberin und der engagierte Bewerber für diese Stelle. Doch die Folge dieser Vereinheitlichung ist, dass Motivationsschreiben im besten Fall bloss überflogen werden. Wie kann ich nun mit meinem Motivationsschreiben einen Mehrwert generieren und meine Chancen für eine Einladung erhöhen?

So geht’s richtig

Eine Bewerbung soll möglichst transparent sein. Die Recruiter verbringen viel Zeit damit, Fragezeichen zu eliminieren, fehlende Dokumente nachzufordern und Abklärungen zu treffen. Jede Ungereimtheit führt beim Recruiter zwangsläufig zu Skepsis und beeinflusst das Gesamtbild einer Bewerbung in negativer Weise. Genau hier kann das Motivationsschreiben gewinnbringend eingesetzt werden.

Unsere Tipps für Ihr Motivationsschreiben

Das Züngli an der Waage

Es sind meistens die gleichen Fragen, welche partout nicht schon in der Bewerbung erörtert werden. Tilgen Sie die wichtigsten Fragen, so haben Sie bei den Recruitern bereits ein Stein im Brett.

Hier eine Übersicht:

  • Wechselgrund: Gerade viele, kurze Anstellungen untermauern die oben genannte Skepsis. Wird jedoch erörtert, weshalb ein Wechsel ansteht, kann sehr viel entschärft werden.
  • Lücken erklären: Nicht-dokumentierte und nicht-erklärte Lücken im Lebenslauf können zu der Vermutung führen, dass man tatenlos seinen Lastern frönte.
  • Wohnort / Arbeitsort: Herrscht hier eine zu grosse Distanz, zweifelt man evtl. daran, mit welcher Ernsthaftigkeit die Bewerbung eingereicht wurde. Eine kurze Erklärung dazu schafft Abhilfe.
  • Bewerbungen vom Ausland: Oftmals fehlt eine Begründung für diesen grossen Schritt. Ausführungen dazu, welchen Bezug man zum Arbeitsort hat (Verwandte, Bekannte, Urlaubserlebnisse usw.) schaffen eine höhere Verbindlichkeit.
  • Verfügbarkeit: Ab wann man starten kann und zu welchem Pensum, sind sehr relevante Informationen für den künftigen Arbeitgeber.
  • Big Facts: Grosse Gegebenheiten (Ausbildung nicht abgeschlossen, geplante Weltreise, gesundheitliche Einschränkungen usw.) sollen nicht verheimlicht, sondern transparent kommuniziert und erörtert werden. Dies schafft Vertrauen und verhindert unnötige Aufwände.
  • Und das Wichtigste, Ihre Motivation: Schreiben Sie nicht einfach, dass Sie motiviert sind. Schreiben Sie, weshalb Sie motiviert sind! Weshalb Sie als Person, als Fachkraft Interesse an der Stelle/Firma haben. So einfach das klingt, dies geht oft unter.

Fazit

Auf der Rangliste der häufigsten Absagegründe von jobs.ch ist die fehlende Motivation auf Rang 2! Bei Kununu findet man auf Rang 1 „Fehlerhafte oder unvollständige Bewerbungsunterlagen“. Dies veranschaulicht auf beeindruckende Art und Weise, wieviel man mit dem Motivationsschreiben noch beeinflussen kann. Dies jedoch nur, wenn man’s richtig macht. Ein fehlendes Motivationsschreiben führt vielleicht nicht zu einer Absage – das richtige Motivationsschreiben kann aber den Unterschied ausmachen und zu einer Einladung führen.

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